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Rezension: Rot oder Blau

Huhu ihr lieben Bookies!

Könnt ihr euch noch an eure Schulzeit erinnern, bzw. seid noch in der Schule?

Bei mir ist der Realschulabschluss zwar erst 5 Jahre her, allerdings vergisst man doch zu schnell wie es mal war. Als ich dann innerhalb der Bookstagram-Community auf „Blau oder Rot – Du hast die Wahl“ gestoßen bin, fühlte ich mich nicht nur an die philosophischen Schullektüren aus der Schulzeit zurückversetzt, sondern was auch sehr neugierig auf den Inhalt und den Effekt auf mich.
Bevor ich beginne meine Gedanken zu formulieren, möchte ich mich an der Stelle wieder herzlichst beim Bloggerportal/ Randomhouse und dem cbj Kinder- und Jugendbuchverlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares bedanken. Jedoch beeinflusst diese Tatsache nicht meine Meinung zu dem Buch. 

Allgemeine Infos:

Titel: Rot oder blau – Du hat die Wahl
Autor: Manfred Theisen
Verlag: cbj Kinder- und Jugendbuchverlag – Random House, München
Erscheinungsdatum: August 2019

Klappentext:

Wahrheit oder Lüge – wie würdest du wählen?
Zwei neunte Klassen, ein Landschulheim und ein politisches Experiment: Innerhalb von ein paar Tagen sollen sich zwei Parteien zusammenfinden, jeweils einen Kandidaten aufstellen und am Ende einen Präsidenten oder eine Präsidentin wählen. Das Spiel entgleitet den Lehrern, als Max, selbstbewusst, medienaffin und mit sicherem Machtinstinkt, kandidiert. Statt Schutz der Minderheit, geheimer Wahl und Gewaltenteilung regieren bald Fake News und Manipulation den Wettkampf…


Das Cover, Schreibweise:

Ich muss echt sagen: Für mich ist das Cover etwas gewöhnungsbedürftig, da ich weder die große Schrift noch die Farben sonderlich mag. Gut gelungen ist jedoch die schattenhafte Menschenmenge , die im Hintergrund protestiert. Dennoch passt das Cover sehr gut zum Inhalt, hier spricht also nur mein persönlicher Geschmack. Auch der Titel ist passend gewählt, besonders, wenn man den Zusatz im Titel hinterfragt.
Die Schreibweise des Autors hat mich stellenweise etwas verwirrt, da ich ab und zu innerhalb einzelner Situationen den Faden verloren habe. Insgesamt ist die Schreibweise jedoch der Zielgruppe angepasst (auch wenn zu oft das Wort „Honk“ benutzt wurde). Kurze Anmerkung: Das Telefon mit dem Apfel drauf heißt iPhone… nicht I-Phone.

Meine Meinung

Eine neunte Schulklasse macht einen Ausflug zu einer Jugendherberge. Das Ziel: ein soziales Experiment zu veranstalten, um den Jugendlichen das Thema Demokratie nahe zu bringen. Das dies so gar nicht klappt, ist vorprogrammiert, besonders, wenn es durchaus Schüler in der Klasse gibt, die gerne das Ruder an sich reißen…
Ich muss wirklich sagen: Dieses Buch macht mich absolut sprachlos. Bereits die ersten Seiten haben mich vollkommen mitgenommen. Die Ankunft in der Jugendherberge stellt nicht nur einige Protagonisten vor, sondern rückt auch die Dynamik der Klasse, die wirklich passend eingefangen wurde, ins Rampenlicht. In einer auktorialen Erzählerform steuert der Autor immer wieder einzelne Figuren an und lässt ein kurzes Blitzlicht der Geschichte durch sie erzählen. Nur Jakob, ein neuer Schüler der Klasse, kommt am häufigsten zu Wort. Jakob ist durchschnittlich, möchte sich nicht einmischen und positioniert sich zunächst nie offensichtlich, was ihn zu einem sehr interessanten Charakter macht. Sehr reflektiv blickt er auf seine neue Klasse und die Handlungen und Beweggründe der Einzelnen. Jakob hat einen Freund, den er nicht sonderlich mag, der ihn aber mag. Max. Während ich als Erwachsene oft noch dreißig Mal überlege wie ich etwas poste und welche Konsequenzen dies haben kann, steht Max als 14-jähriger Youtube- und Instagramstar mit 100.000 Abonnenten für einen überaus dominanten, emotionalen und leichtsinnigen Charakter. Das Posten von Videos um andere zu beeinflussen ist sein Haupthandwerk und er zeigt auch keine Scheu vor Max zuzugeben, dass er sich selbst als Führungsperson sieht, die andere anleiten muss.

„Er braucht Leitplanken, sonst fliegt er aus der Kurve. Das wirst du noch verstehen. Die meisten Menschen brauchen Leitplanken.“

(S.43)

Es ist wirklich gruselig und faszinierend zu beobachten, wie leicht Max das Ruder an sich reißt und durch einfaches reden und argumentieren Anhänger findet. Das Experiment hat mich wie erwartet beeindruckt und etwas verstört, die Reaktion der Lehrer ab und zu verärgert, mich aber dennoch fragen lassen, wie ich selbst gehandelt hätte. Aus dem Grübeln bringt mich dieses Buch also so schnell nicht wieder heraus. Ich finde das Buch insgesamt sehr interessant und philosophisch. Meiner Meinung nach verdient es deutlich mehr Aufmerksamkeit, um nicht nur die Tragweite und Verantwortung zu vermitteln, die Menschen wie Influencer, Blogger und auch Politiker haben, sondern auch zu zeigen wie ein Trump funktioniert und Anhängerschaft findet.

Insgesamt würde ich das Buch an Jugendliche bis 16/17 Jahre und Lehrkräfte empfehlen, da die behandelte Thematik im Buch das Verhalten im Klassenverband aufgreift. Es besitzt Aktualität und beleuchtet interessante Aspekte.

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