Biografische Romane Buchblog Neu Rezension

Die verlorene Tochter der Sternbergs

Der heutige Tag datiert den 8. Mai 2020. Heute vor 75 Jahren atmeten die Menschen durch. Das Nazi-Deutschland hatte nach 6 Jahren Krieg endlich kapituliert. Doch all das, was unter der Herrschaft der Nazi und allem voran Adolf Hitler passierte, hinterließ Trümmer.
75 Jahre später sind Kriegsschäden nicht mehr allgegenwärtig, jedoch ist es überaus wichtig sich daran zu erinnern, welche Verbrechen begangen wurden, welche Leben ausgelöscht.
Aus diesem Grund möchte ich Euch heute ein Buch vorstellen, welches passender nicht sein könnte.

An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Allgemeine Infos:

Titel: Die verlorene Tochter der Sternenbergs
Originaltitel: The Lost Daughter
Autor: Armando Lucas Correa
Seitenanzahl: 348 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe: Eichborn
Erscheinungsdatum: 30. April 2020

Klappentext:

Wie weit kann eine Mutter gehen, um ihr Kind zu retten? – Eine unvergessliche Familiengeschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, herzzerreißend und bewegend

Berlin, 1939. Für die jüdische Bevölkerung wird das Leben immer schwieriger. Wer kann, bringt sich in Sicherheit. Auch Amanda Sternberg beschließt, ihre Töchter mit der MS St. Louis nach Kuba zu schicken. Am Hafen kann sie sich jedoch nicht von der kleinen Lina trennen. So vertraut sie nur die sechsjährige Viera einem allein reisenden Ehepaar an und flieht mit Lina zu Freunden nach Frankreich. Im kleinen Ort Oradour-sur-Glane finden sie eine neue Heimat. Doch es dauert nicht lange, bis die Gräueltaten der Nationalsozialisten auch diese Zuflucht erreichen …

Meine Meinung

Als Amanda Sternberg mit ihrer zweiten Tochter schwanger wird, weiß sie, dass es kein guter Zeitpunkt ist um Kinder in die Welt zu setzen. 1939 bricht der Krieg aus und die Jüdin muss eine schwere Entscheidung treffen. Also reist sie aus Berlin nach Hamburg, um dort ihre Töchter in einem Schiff nach Kuba zu ihrem Bruder zu schicken. Doch als sie vor dem Schiff steht, beschließt sie nur eines ihrer Kinder, ihre ältere Tochter, von der sie überzeugt ist, dass sie die Reise überstehen könnte, alleine loszuschicken. Kurz darauf flieht sie nach Frankreich, muss jedoch schnell feststellen, dass sie nirgendwo vor den Nationalsozialisten sicher sind.

Die verlorene Tochter der Sternbergs erzählt von der Liebe einer Mutter, die alles tut, um ihre Kinder zu retten und zu schützen. Von einer Mutter die sich ihre Fehler eingestehen muss und die voller Selbstlosigkeit nur an das Wohl ihres Kindes denkt. Gleichzeitig begegnet man einem Kind, welches die Herausforderungen eines Krieges überstehen muss und feststellt, dass sie in den Augen der Nazis anders ist und ihr damit eine Zielscheibe auf den Rücken aufgemalt wurde.

An mancher Stelle wird kritisiert, wie gefühlsneutral von Seiten der Protagonisten hier mit Situationen umgegangen wurde und wie wenig kindlich Handlungen des Kindes wirken. Ich dagegen sehe dies anders. All das zeigt welche Abgestumpftheit der Krieg mit sich brachte und wie Personen innerhalb diesen funktionieren mussten. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mir an mancher Stelle auch etwas mehr Innenleben und Gefühl der Figuren gewünscht hätte. Auch die Abschlusssequenz lässt mich ein wenig hilflos zurück. Sie ist etwas abgehackt und abrupt. Ansonsten hat mich das Buch berührt, leiden und fassungslos werden lassen.

Es ist ein gutes Buch, mit wenigen Schwächen. 4/5 Sterne.

You Might Also Like

No Comments

    Kommentar verfassen